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Lindenschulstraße 20

70327 Stuttgart

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Geschichte der LRS

Die Geschichte der Linden-Realschule

Wir verdanken allen Informationen zur Geschichte unserer Schule dem „Untertürkheimer Portal“ und Klaus Enslin. Die detaillierten Ausführungen auf dieser Webseite (bitte klicken)

Die lange Geschichte der Linden-Realschule geht bis auf das Jahr 1909 zurück. Zum Anlass des 100 jährigen Jubiläums unsere Schule fand 2009 eine große Reise in die Geschichte statt. Gemeinsam mit dem Wirtemberg-Gymnasium, hat unser Schulgebäude schon einiges erlebt!

Die Idee in Untertürkheim eine Schule aufzubauen stammt aus dem Jahr 1906. Der Gemeinderat reagierte auf rasant steigende Schülerzahlen mit einem neuen Schulkomplex, das neben der 1898 erbauten Gemeindeturnhalle entstehen sollte. Seitdem sind die oberen Neckarvororte nicht nur durch den Neckar verbunden, sondern auch durch das gemeinsame Schulzentrum. Den Entwurf für das Schulgebäude erstellte dann Professor Paul Bonatz, der Architekt hinter dem Hauptbahnhof und zahlreichen anderen Bauwerken. Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde die Schule am 21. April 1909 um 9 Uhr eingeweiht. Seitdem besuchten schon zahlreiche Mädchen und Jungen die „Lindenschule“, auch wenn sie früher getrennt durch die Eingänge des Wiggys und der Linden-Realschule ins Schulhaus kamen. Die Klassen wurden auch in katholische und evangelische Gruppen aufgeteilt.

Lindenschule neuerbaut 1910 noch mit der alten Linde im Schulhof

Postkarte von 1910

Bereits 1909 wurde dann die „Lindenschule“ eingeweiht. Dort versammelten sich die 600 Volksschüler aus Wangen und Untertürkheim in 13 Klassen. Erster Rektor der Schule wurde am 17. August 1909 Oberlehrer Staiger. Aus dieser Zeit trägt unsere Schule auch ihrem Namen:

Untertürkheim Lindenschule mit alter Linde, ca. 1914

Während des Ersten Weltkrieges bekamen die nun 14 Klassen der Lindenschule besondere Aufgaben: „so waren sie u.a. unterwegs von Haus zu Haus, um mit dem Pritschenwagen altes Papier und alte Bücher einzusammeln und an die dafür zuständige Stellen abzuliefern.“ Da viele Lehrer zum Fronteinsatz einberufen wurden, herrschte großer Lehrermangel. Gleichzeitig wurden viele Knappen und Mädchen aus der benachbarten Wilhelmschule in Untertürkheim unterrichtet, da ihre Schule zum Militärlazarett umfunktioniert wurde.

 

 

 

Die Linde, die um 1634 an dieser Stelle gepflanzt wurde, musste 1915 aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Sie stand dort ca. 225 Jahre und ist weiterhin Namensgeberin für die Linden-Realschule.

 

 

 

Nach dem Krieg (und ohne der namensgebenden Linde) hatten es die Stuttgarter Lehrer und Kinder schwer: es gab weder Heiz- noch Schreibmaterialien. Die Schüler gingen oft in die „Kohlenferien“, da es einfache keine Kohle zum Heizen gab! 1924 war die lange Bauphase des Neckarbetts beendet und plötzlich stand die Lindenschule auf der rechten Seite des Neckars. Von nun an musste also die Wangener Jugendliche den Fluss überqueren.

Der neue Neckar um 1930

Ein Jahr später wurde die erste Realklasse an der Lindenschule eröffnet und in den Räumen der Lindenschule fand man nun die Realschule. Schließlich begann am 21. April für 45 Schüler der erste Schultag. In den Folgejahren stiegen die Schülerzahlen: 1926 wurden 77 Schüler aus zwei Klassen unterrichtet, 1927 zählte die Lindenschule 108 Jungen und sieben Mädchen (!), 1928 waren es dann 138 Schüler und 17 Schülerinnen.

In den 20er Jahren wurden von nun an Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet. Trotz des Ungleichgewichts, war die Lindenschule damit ein Vorreiter der Koedukation und seiner Zeit voraus! An die Realschule konnte man über eine Aufnahmeprüfung kommen: diese war sehr streng, sie zog sich über mehrere Tage hin und umfasste schriftliche und mündliche Prüfungen in Deutsch und Mathematik. Zudem folgte nach der Einschulung eine Probezeit.

Mit wachsenden Schülerzahlen wurden auch neue Räume benötigt. Bereits am 24. April 1930 konnte ein neues Schulhaus eingeweiht werden. Der Neubau verfügte über fünf helle und luftige Klassenzimmer, Physik- und Fachräume. Bei den Feierlichkeiten zum 100 jährigen Jubiläum wurde wieder festgestellt: „Wir waren die erste Schule mit beweglichem Mobiliar statt der festgeschraubter Tische und Stühle. Wir waren und sind eben eine bewegte Schule.“ Gleichzeitig konnte eine neue Turn- und Festhalle in Betrieb genommen werden.

Anbau fürs Gymnasium und Oberschule-Turnhalle von 1930

1931 verließen die ersten Schüler mit der mittleren Reife die. 1933 kam es dann, wie in ganz Deutschland, zur Zäsur: mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde im Juli 1933 der „Hitler-Gruß“ eingeführt und in den Schulzeugnissen stand nun gegebenenfalls unter der Rubrik „Gesamturteil“, an erster Stelle der Vermerk: „Der Schüler ist Mitglied der HJ“ (HJ = Hitlerjugend)! Gleich mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde auch die Lindenschule in die Kriegskonzeption mit einbezogen, indem ein Teil des Gebäudes wurde von der SS unter anderem als Depot für Lazarettausstattungen beschlagnahmt. Im Laufe des Krieges wurden die jungen Lehrer für den Kriegsdienst einberufen und durch pensionierte Lehrer ersetzt. Aufgrund der Luftangriffe fand der Unterricht in einem stark zerstörten Gebäude statt, während lebenswichtige Grundlagen überall fehlten. 1943/44 entschloss sich die Verwaltung der Stadt Stuttgart den Schulbetrieb in Stuttgart ganz einzustellen und die Schulen zu schließen.

Ein halbes Jahr nach der deutschen Kapitulation wurden wieder 500 Schüler unterrichtet. Neben dem Unterricht, kam es auch zu Hilfseinsätzen bei der Beseitigung von Bombenschäden am Schulgebäude. Im Nachkriegsdeutschland musste auch an den Schulen improvisiert werden: Lehrbücher vom Dachboden wurden aussortiert und Lehrpläne erschaffen. Der Kohlemangel zwang die Schulbehörde im Winter 1946/47 den Unterricht an allen Schulen einzustellen.

Von Beginn des Schuljahrs 1948 an wurde die Oberschule in Untertürkheim zur „Wirtemberg-Oberschule“ umbenannt. In 21 Klassenräumen wurden 1733 Schüler in 36 Klassen von 35 Lehrkräften unterrichtet. Ab 1953 konnten die Schüler das „Wirtemberg-Gymnasium“ besuchen. Da die Zahl der Kinder in den 50er-Jahren stark zunahm, wurde 1955 ein Mittelschulzug einzuführen. Seit 1. April 1960 gibt es die „Selbstständige Realschule“, in der 360 Schüler und Schülerinnen in zehn Klassen unterrichtet wurden. Gleichzeitig wurde die Linden-Volksschule nach 50 Jahren aufgehoben.

Das Schulzentrum beherbergt heute rund 1300 Schülerinnen und Schüler. Gymnasium und Realschule kooperieren mit dem Olympiastützpunkt und dem Deutschen Fußball-Bund als Eliteschulen des Sports. Aber auch in künstlerischen, naturwissenschaftlichen, sozialen und sprachlichen Bereichen haben sich die beiden Schulen einen hervorragenden Ruf erworben. Eines hat sich in 100 Jahren Schulgeschichte nicht geändert: Die Untertürkheimer und Wangener, später auch die Obertürkheimer und Hedelfinger, sind stolz auf ihr Schulzentrum.